Badwater 135 meistern - Training, Hitze und Verpflegung

Läufer beim Badwater 135 Ultra-Marathon in der Wüste. Eine Helferin reicht einem Läufer Wasser.

Geschrieben von

Albin Funk

Veröffentlicht am

2. Aug. 2026

Inhaltsverzeichnis

Wer 217 Kilometer durch die heißeste Wüstenregion Nordamerikas laufen will, braucht weit mehr als eine gute Marathonzeit. Der Badwater 135 verbindet extreme Hitze, lange Anstiege, Schlafmangel und strenge Zeitlimits zu einem der anspruchsvollsten Ausdauerläufe der Welt. Ich zeige, was die Strecke besonders macht, wie Ausdauer- und Cardiotraining aussehen müssen, welche Rolle Hitzeanpassung und Verpflegung spielen und warum die Teilnahme nur für sehr erfahrene Ultraläufer realistisch ist.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • 217 Kilometer führen vom Badwater Basin im Death Valley bis zum Whitney Portal.
  • Der Start liegt rund 85 Meter unter dem Meeresspiegel, das Ziel auf etwa 2.548 Metern Höhe.
  • Auf der Strecke warten insgesamt ungefähr 4.450 Höhenmeter bergauf.
  • Das offizielle Zeitlimit beträgt in der Ausgabe 2026 45 Stunden.
  • Eine persönliche Crew mit zwei bis vier Personen und einem Fahrzeug ist vorgeschrieben.

Läufer kämpfen sich durch die Wüste, ein harter Wettkampf wie der Badwater 135. Berge im Hintergrund.

Was diese 217 Kilometer so außergewöhnlich macht

Der Lauf startet am Badwater Basin im kalifornischen Death Valley, dem tiefsten Punkt Nordamerikas. Von dort führt die Strecke über drei Gebirgsketten, durch trockene Wüstenlandschaften und schließlich hinauf zum Whitney Portal auf 2.548 Metern Höhe. Für mich ist genau diese Kombination entscheidend, denn es handelt sich nicht einfach um einen sehr langen Straßenlauf.

Die Strecke misst 135 Meilen beziehungsweise rund 217 Kilometer. Dabei wechseln sich flache Abschnitte, lange Asphaltanstiege und technisch anspruchsvollere Passagen ab. Der höchste Punkt des eigentlichen Rennkurses liegt am Towne Pass, bevor später noch der steile Schlussanstieg zum Whitney Portal wartet.

Streckenabschnitt Ungefähre Distanz Besonderheit
Badwater Basin Start Etwa 85 Meter unter dem Meeresspiegel
Towne Pass 68 bis 95 Kilometer Rund 1.510 Höhenmeter Anstieg
Father Crowley 117 bis 130 Kilometer Etwa 610 Höhenmeter Anstieg
Lone Pine Rund 198 Kilometer Letzte größere Versorgungs- und Orientierungszone
Whitney Portal 217 Kilometer Ziel auf etwa 2.548 Metern Höhe

Das Gelände wirkt auf Bildern oft leer und gleichförmig, ist aber taktisch sehr anspruchsvoll. Lange Geraden verleiten zu einem zu hohen Anfangstempo, während die späteren Anstiege selbst gut trainierte Läufer zum Gehen zwingen. Das Ziel ist nicht, möglichst lange zu laufen, sondern möglichst lange leistungsfähig zu bleiben.

Die Strecke verlangt mehr als eine starke Lunge

Die größte Belastung entsteht durch das Zusammenspiel aus Hitze, Dauer und Höhenprofil. Im Death Valley können im Juli Temperaturen von deutlich über 45 Grad Celsius auftreten. Asphalt und dunkle Straßenoberflächen verstärken die Wärmestrahlung, während trockene Luft den Schweiß schnell verdunsten lässt.

Das kann tückisch sein, weil sich der Körper trotz scheinbar trockener Haut weiter stark aufheizt. Warnzeichen wie Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, ungewöhnliche Müdigkeit oder Verwirrtheit dürfen nicht als normale Härte des Rennens abgetan werden. Bei Verdacht auf Hitzschlag muss die Belastung sofort beendet und medizinische Hilfe organisiert werden.

Zusätzlich zur Hitze kommt der Schlafentzug. Die meisten Teilnehmer sind über eine Nacht oder länger unterwegs. Nach vielen Stunden sinken Konzentration, Reaktionsfähigkeit und Bewegungsökonomie deutlich. Ich halte deshalb mentale Vorbereitung und ein realistisches Geh-Renn-Konzept für ebenso wichtig wie klassische Tempoläufe.

Die Zeitlimits bestimmen die Taktik

In der Regelung für 2026 mussten bestimmte Kontrollpunkte innerhalb fester Zeiten passiert werden. Der Kontrollpunkt bei Meile 50,8 lag bei 10 Uhr am Dienstag, Panamint Springs bei Meile 72,8 bei 19 Uhr und der Darwin-Abzweig bei Meile 90,7 bei 3:30 Uhr am Mittwoch. Lone Pine bei Meile 122,8 musste innerhalb von 40 Stunden erreicht werden, das Ziel spätestens nach 45 Stunden.

Diese Vorgaben machen deutlich, warum ein gleichmäßiges Tempo allein nicht genügt. Ein Läufer kann auf den ersten 50 Kilometern stark aussehen und trotzdem später ausscheiden, wenn Hitze, Flüssigkeitsverlust oder ein zu hohes Anfangstempo die Reserven zerstören. Die aktuellen Regeln sollten vor jeder Bewerbung erneut geprüft werden, weil sich Zeitlimits und organisatorische Details ändern können.

So würde ich Ausdauer und Cardio für den Wüstenlauf aufbauen

Eine gute Herz-Kreislauf-Leistung ist die Grundlage, aber sie allein bringt niemanden sicher über diese Strecke. Wer den Lauf ernsthaft anstrebt, sollte bereits mehrere lange Ultras beendet haben. Für mich ist das wichtigste Trainingsziel deshalb nicht die maximale Geschwindigkeit, sondern die Fähigkeit, über viele Stunden mit niedriger Intensität effizient zu arbeiten.

Die aerobe Basis zuerst

Der größte Teil des Trainings sollte locker sein. Gesprächstempo, lange ruhige Läufe und regelmäßige Gehpassagen verbessern die aerobe Ausdauer, ohne den Körper ständig an die Grenze zu bringen. Eine typische Trainingswoche für erfahrene Ultraläufer kann aus mehreren lockeren Läufen, einem langen Lauf, einem moderaten Bergtraining und zwei kurzen Kraft­einheiten bestehen.

Besonders nützlich sind sogenannte Back-to-back-Läufe. Dabei folgt auf einen längeren Lauf am nächsten Tag eine zweite längere Einheit. Das simuliert die müden Beine eines Ultras besser als ein einzelner sehr langer Lauf. Anfänger sollten solche Einheiten nicht einfach übernehmen, denn Sehnen, Füße und Gelenke passen sich langsamer an als das Herz-Kreislauf-System.

Hitze muss gezielt trainiert werden

Einige Wochen vor dem Rennen sollte die Hitzeanpassung schrittweise beginnen. Dafür eignen sich warme Tageszeiten, zusätzliche Kleidung bei moderater Belastung oder kontrollierte Saunagänge. Ich würde jedoch nie versuchen, die Wüstenbedingungen in einer einzigen brutalen Einheit zu erzwingen.

Eine brauchbare Akklimatisation dauert häufig etwa 10 bis 14 Tage, bei sehr anspruchsvollen Bedingungen sind zwei bis drei Wochen sinnvoll. Das Training muss dabei kontrolliert bleiben. Wenn die Herzfrequenz ungewöhnlich hoch bleibt, die Erholung schlechter wird oder die Körpertemperatur nicht normal sinkt, ist die Belastung zu reduzieren.

Anstiege, Kraft und Gehfähigkeit

Die langen Bergaufpassagen verlangen kräftige Waden, Gesäßmuskeln und Oberschenkel. Bergauf zügig zu gehen ist keine Notlösung, sondern eine wichtige Wettkampftechnik. Ergänzend helfen Step-ups, Ausfallschritte, Wadenheben und Rumpfübungen mit moderaten Gewichten.

Flache Tempoläufe sind nicht nutzlos, aber sie haben für dieses Ziel eine geringere Priorität als lange Belastungen mit Höhenmetern. Wer bergauf schnell gehen kann, spart Energie und verliert weniger Zeit als jemand, der jeden Anstieg laufend erzwingen will.

Verpflegung und Crew sind Teil der Ausdauer

Bei diesem Rennen gibt es keine klassische Versorgung wie bei einem Stadtmarathon. Die Teilnehmer sind auf ihre eigene Crew und ihr Fahrzeug angewiesen. Das Team muss Getränke, Eis, Kleidung, Nahrung, Beleuchtung und Ersatzmaterial so organisieren, dass der Läufer regelmäßig versorgt werden kann.

Beim Trinken gibt es keine universelle Menge, die für alle funktioniert. Als grobe Orientierung können bei extremer Hitze etwa 400 bis 800 Milliliter Flüssigkeit pro Stunde sinnvoll sein, doch Körpergröße, Schweißrate, Tempo und Temperatur verändern den Bedarf stark. Zu wenig Trinken gefährdet die Leistungsfähigkeit, zu viel Wasser ohne passende Elektrolytzufuhr kann eine Hyponatriämie begünstigen.

Auch die Energiezufuhr sollte lange vor dem Wettkampf getestet werden. Viele Ausdauerathleten kommen mit ungefähr 200 bis 300 Kilokalorien pro Stunde zurecht, andere benötigen mehr oder weniger. Bewährt haben sich Kombinationen aus Kohlenhydratgetränken, Gels, weichen Lebensmitteln, Brühe und kleinen salzigen Snacks. Entscheidend ist, dass die Nahrung auch nach vielen Stunden noch verträglich bleibt.

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Die organisatorischen Regeln

Für die Ausgabe 2026 waren pro Läufer ein vierrädriges Unterstützungsfahrzeug und zwei bis vier Crewmitglieder vorgesehen. Mindestens zwei Personen mussten erwachsene Fahrer sein. Ein Pacer durfte in der Regel erst ab Meile 42 begleiten, wobei für ältere oder blinde Teilnehmer besondere Ausnahmen gelten können.

Problem Typische Folge Sinnvolle Vorbereitung
Zu schnelles Anfangstempo Früher Einbruch und steigende Körpertemperatur Erste Stunden bewusst bremsen
Ungetestete Nahrung Übelkeit, Durchfall oder fehlende Energie Verpflegung in langen Trainingsläufen testen
Unklare Crew-Aufgaben Verlorene Zeit und hektische Entscheidungen Rollen, Wechsel und Notfallplan vorher festlegen
Falsche Schuhwahl Blasen, Druckstellen und beschädigte Nägel Mehrere passende Modelle auf langen Läufen prüfen

Die Crew ist nicht nur für Getränke zuständig. Sie beobachtet Gangbild, Sprache, Haut, Stimmung und Reaktionsfähigkeit. Ein guter Crewchef muss den Mut haben, eine Pause oder sogar den Abbruch zu verlangen, wenn der Läufer nicht mehr sicher handelt.

Wer teilnehmen kann und welche Kosten realistisch sind

Der Lauf ist kein frei buchbarer Breitensportwettkampf, sondern eine Einladungsveranstaltung mit einem Feld von ungefähr 100 Athleten. Für die Bewerbung müssen die Teilnehmer anspruchsvolle Qualifikationen nachweisen. Für die Bewerbung zur Ausgabe 2027 nennt der Veranstalter unter anderem vier offiziell beendete Ultraläufe über mindestens 100 Meilen, wobei mindestens einer davon im relevanten Bewerbungszeitraum liegen muss.

Alternativen können unter bestimmten Bedingungen ein erfolgreich beendeter vorheriger Lauf sowie ein mindestens 50 Meilen langer Ultra oder besonders lange Ergebnisse bei einem 24-Stunden- oder Backyard-Rennen sein. Solche Regeln sind detailreich und werden angepasst. Ich würde deshalb jede Qualifikation anhand der jeweils aktuellen Ausschreibung prüfen, statt mich auf ältere Erfahrungsberichte zu verlassen.

Die Teilnahmegebühr lag für 2026 bei 1.595 US-Dollar. Hinzu kommen Flug, Mietwagen, Unterkünfte, Verpflegung, Crew-Reisekosten, medizinisches Material und die komplette Rennausstattung. Eine garantierte Teilnahme über eine offizielle Charity-Spende war mit einer Spende von 7.500 US-Dollar verbunden, allerdings nur für qualifizierte Bewerber und unter den Bedingungen des Veranstalters.

Für Läufer aus Deutschland ist die Logistik ein eigener Trainingsbereich. Wer noch nie einen langen Ultra mit Fahrzeugunterstützung, Nachtabschnitten und großer Hitze bestritten hat, sollte zuerst Erfahrungen bei europäischen 100-Meilen-Rennen oder mehrtägigen Hitzeläufen sammeln. Ein bestandener Qualifikationslauf bedeutet schließlich nicht automatisch, dass die Bewerbung angenommen wird oder der Körper für Death Valley bereit ist.

Der sinnvollste nächste Schritt beginnt nicht im Death Valley

Ich würde dieses Rennen nicht als spontanes Abenteuer behandeln, sondern als langfristiges Projekt aus mehreren Jahren Ultralauf-Erfahrung. Entscheidend sind eine breite aerobe Basis, belastbare Füße, Hitzeanpassung, ein getesteter Ernährungsplan und eine Crew, die auch in kritischen Situationen ruhig bleibt.

Für die meisten Ausdauerathleten liegt der sinnvollste erste Schritt deshalb bei einem gut vorbereiteten 50- oder 100-Kilometer-Lauf. Wer dort lernt, Tempo, Flüssigkeit, Ernährung und Regeneration zu steuern, baut genau die Fähigkeiten auf, die später über eine Wüstenstrecke entscheiden. Die beeindruckendste Leistung ist nicht der Start, sondern eine sichere und kontrollierte Ankunft im Ziel.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Die 217 Kilometer verbinden extreme Hitze, lange Anstiege, Schlafmangel und feste Zeitlimits. Die Strecke führt von etwa 85 Metern unter dem Meeresspiegel bis zum Whitney Portal auf rund 2.548 Metern Höhe und umfasst ungefähr 4.450 Höhenmeter bergauf.

Die Grundlage bilden viele lockere Läufe, lange Einheiten, Back-to-back-Läufe und moderates Bergtraining. Die Hitzeanpassung sollte schrittweise über etwa 10 bis 14 Tage erfolgen, bei sehr anspruchsvollen Bedingungen auch über zwei bis drei Wochen.

Als grobe Orientierung können bei extremer Hitze etwa 400 bis 800 Milliliter Flüssigkeit pro Stunde sinnvoll sein. Bei der Energiezufuhr kommen viele Ausdauerathleten mit ungefähr 200 bis 300 Kilokalorien pro Stunde zurecht. Beide Pläne müssen in langen Trainingsläufen getestet werden, da zu viel Wasser ohne passende Elektrolytzufuhr eine Hyponatriämie begünstigen kann.

Der Badwater 135 ist eine Einladungsveranstaltung mit ungefähr 100 Athleten. Für die Bewerbung sind anspruchsvolle Qualifikationen erforderlich, beispielsweise vier offiziell beendete Ultraläufe über mindestens 100 Meilen. Außerdem sind ein Fahrzeug und zwei bis vier Crewmitglieder vorgeschrieben, darunter mindestens zwei erwachsene Fahrer.

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Albin Funk

Mein Name ist Albin Funk und seit 13 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit den Themen Fitness, Sport und einem aktiven Lebensstil. Diese lange Zeit hat mir nicht nur ein tiefes Verständnis für die Materie vermittelt, sondern auch die Freude daran, wie man durch Bewegung und bewusste Entscheidungen das eigene Wohlbefinden nachhaltig steigern kann. Mich fasziniert besonders, wie sich komplexe wissenschaftliche Erkenntnisse aus den Bereichen Training, Ernährung und Regeneration in praktische, alltagstaugliche Tipps übersetzen lassen, die wirklich einen Unterschied machen. Auf schnuerlos.de teile ich mein Wissen, indem ich Informationen gründlich recherchiere, verschiedene Quellen vergleiche und darauf achte, auch anspruchsvolle Themen verständlich aufzubereiten. Mein Ziel ist es, Ihnen fundierte und aktuelle Einblicke zu geben, die Sie motivieren und Ihnen helfen, Ihren eigenen aktiven Weg erfolgreich zu gestalten.

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